Augmentin: Anwendung, Dosierung und Sicherheit des Antibiotikums

24. November 2025
Verfasst von Lukas Brandt

 

Augmentin – umfassender Ratgeber zu Anwendung, Dosierung und Sicherheit des Antibiotikums

Augmentin gehört zu den am häufigsten verordneten Antibiotika, und seine Wirksamkeit bei bakteriellen Infektionen ist gut belegt. Dennoch erfordert die Einnahme – wie jede Arzneimitteltherapie – Wissen und verantwortungsbewusstes Handeln. Entscheidend für eine sichere und erfolgreiche Behandlung ist es, zu verstehen, wann und wie man es einnimmt, welche Nebenwirkungen auftreten können und wie Sie Ihren Körper während der Therapie unterstützen.

In diesem ausführlichen Leitfaden beleuchten wir alle wichtigen Aspekte rund um das Antibiotikum Augmentin. Wir erklären, wie es wirkt, gehen präzise auf Augmentin-Indikationen ein und stellen klare Regeln zur Augmentin-Dosierung bei Erwachsenen und Kindern vor. Außerdem besprechen wir mögliche unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und klären häufige Unsicherheiten – etwa die Diskussion „Augmentin – ist das ein starkes Antibiotikum?” oder den Einfluss auf hormonelle Verhütung. Ziel dieses Artikels ist es, Ihnen verlässliches, praxisnahes Wissen zu geben, damit Sie die Behandlung bewusst begleiten und Ihre Gesundheit schützen können.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine Antibiotikatherapie sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Was ist Augmentin? Zusammensetzung und Wirkmechanismus

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Augmentin ist ein kombiniertes Beta-Laktam-Antibiotikum, das dank der Verbindung zweier Wirkstoffe ein breites Spektrum an Bakterien bekämpfen kann. Der Nutzen beruht auf der Zusammenarbeit von Amoxicillin (einem Penicillin-Antibiotikum) und Clavulansäure, die eine „Schutzfunktion” übernimmt. Das erklärt auch, warum viele fragen: Augmentin – ist das ein starkes Antibiotikum? „Stark” ist es vor allem deshalb, weil es bakterielle Abwehrmechanismen überwinden kann, die Amoxicillin allein unwirksam machen würden.

Der Hauptwirkstoff ist Amoxicillin. Es hemmt den Aufbau der bakteriellen Zellwand – die Keime können sich nicht stabilisieren und sterben ab. Viele Bakterienstämme haben jedoch im Laufe der Zeit eine Abwehr entwickelt: Sie bilden Enzyme, sogenannte Beta-Laktamasen. Diese spalten Amoxicillin, bevor es ausreichend wirken kann, und der Wirkstoff verliert seine Effektivität.

An dieser Stelle kommt Clavulansäure ins Spiel. Sie hat selbst nur eine geringe antibakterielle Wirkung, blockiert jedoch Beta-Laktamasen irreversibel. Vereinfacht gesagt wirkt sie wie ein Schutzschild, das Amoxicillin vor dem Abbau bewahrt. Dadurch kann Amoxicillin sein Ziel erreichen und auch Bakterien bekämpfen, die sonst resistent wären. Diese Kombination macht Augmentin besonders nützlich bei Infektionen, bei denen „einfachere” Antibiotika versagen könnten. Augmentin wirkt gegen viele grampositive und gramnegative Erreger. NCBI clinical overview of Augmentin.

Indikationen für Augmentin

Augmentin ist ein Breitbandantibiotikum und wird zur Behandlung unterschiedlicher bakterieller Infektionen eingesetzt – vorausgesetzt, die Erreger sind gegenüber seinen Wirkstoffen empfindlich. Ob und wann man Augmentin anwenden sollte, entscheidet immer eine Ärztin oder ein Arzt nach Diagnostik, denn Antibiotika helfen nicht bei Virusinfektionen. Eine unnötige oder falsche Einnahme fördert die Entwicklung von Resistenzen.

Zu den wichtigsten Augmentin-Indikationen zählen:

  • Infektionen der oberen Atemwege: Vor allem akute bakterielle Sinusitis – hier ist Augmentin bei Nasennebenhöhlenentzündung häufig eine Option der ersten Wahl. Ebenso wird es bei akuter Mittelohrentzündung (besonders bei Kindern) und bei wiederkehrender Tonsillitis eingesetzt.
  • Infektionen der unteren Atemwege: Dazu gehören Exazerbationen einer chronischen Bronchitis sowie ambulant erworbene Pneumonien, wenn eine antibiotische Behandlung erforderlich ist. Wenn zusätzlich zäher Schleim und produktiver Husten im Vordergrund stehen, finden Sie ergänzend praktische Hinweise in unserem Ratgeber zu ACC Optima bei Husten: Wirkung, Dosierung und Sicherheit.
  • Harnwegsinfektionen: Augmentin kann bei Zystitis und Pyelonephritis wirksam sein, sofern empfindliche Bakterienstämme vorliegen.
  • Infektionen der Haut und Weichteile: Einsatz u. a. bei Cellulitis, Abszessen und infizierten Wunden nach Tierbissen.
  • Infektionen von Knochen und Gelenken: Insbesondere bei Osteomyelitis, bei der oft eine längere, intensive Antibiotikatherapie notwendig ist.

Bei der Verordnung berücksichtigt die Ärztin/der Arzt Vorerkrankungen, Untersuchungsergebnisse (z. B. ein Antibiogramm, sofern verfügbar) und die lokale Resistenzlage. Für Patientinnen und Patienten ist wichtig, alle Symptome genau zu schildern, damit eine bakterielle Ursache wahrscheinlicher eingeordnet werden kann. Fieber über 38,5 °C, eitriges Sekret oder ein einseitiger Schmerz (z. B. im Bereich der Nebenhöhlen) können Hinweise sein – die endgültige Beurteilung gehört jedoch in fachkundige Hände. EMA official guidelines on Augmentin.

Augmentin-Dosierung – Erwachsene und Kinder

Eine korrekte Augmentin-Dosierung ist entscheidend, damit die Therapie wirkt und Nebenwirkungen möglichst selten bleiben. Die passende Dosis hängt u. a. von Alter, Körpergewicht, Schwere der Infektion und der Nierenfunktion ab. Die Dosierung wird individuell ärztlich festgelegt – und sollte exakt eingehalten werden, um Rückfälle und Resistenzentwicklung zu vermeiden. Augmentin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: Filmtabletten für Erwachsene und ältere Kinder sowie eine orale Suspension für jüngere Kinder.

Dosierung bei Erwachsenen und Kindern mit Körpergewicht ≥ 40 kg:
Bei vielen Infektionen ist eine übliche Dosis 1 Tablette Augmentin 875 mg + 125 mg zweimal täglich (alle 12 Stunden). Bei schwereren Verläufen (z. B. Mittelohrentzündung, Sinusitis oder Infektionen der unteren Atemwege) kann die Ärztin/der Arzt 875 mg + 125 mg dreimal täglich (alle 8 Stunden) empfehlen. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen – idealerweise zu Beginn einer Mahlzeit, um Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren.

Dosierung bei Kindern mit Körpergewicht < 40 kg:
Bei Kindern wird die Dosis nach Körpergewicht berechnet und als Milligramm Amoxicillin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (mg/kg/Tag) angegeben. Meist wird die orale Suspension verwendet.

  • Standarddosis (bei den meisten Infektionen): von (25 mg + 3,6 mg)/kg/Tag bis (45 mg + 6,4 mg)/kg/Tag, aufgeteilt in zwei Einzelgaben (alle 12 Stunden).
  • Erhöhte Dosis (bei schwereren Infektionen, z. B. Otitis, Sinusitis): bis (70 mg + 10 mg)/kg/Tag, ebenfalls in zwei geteilten Dosen.

Nachfolgend eine beispielhafte Dosiertabelle für die Suspension bei Kindern:

Gewicht des Kindes (kg) Standarddosis (ml/Dosis, 2x täglich) Erhöhte Dosis (ml/Dosis, 2x täglich)
10 kg ca. 2,5–4,5 ml ca. 7 ml
15 kg ca. 4–6,5 ml ca. 10,5 ml
20 kg ca. 5,5–9 ml ca. 14 ml
30 kg ca. 8,5–13,5 ml ca. 21 ml

Hinweis: Diese Tabelle ist nur eine Orientierung. Verwenden Sie immer die ärztlich verordnete Dosis und messen Sie sie mit der beiliegenden Dosierhilfe ab.

Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist häufig eine Dosisanpassung nötig, die die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt festlegt. Wichtig: Beenden Sie die Therapie nicht vorzeitig, auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen. FDA prescribing information for Augmentin.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

So wirksam Augmentin auch ist: Wie bei jedem Antibiotikum können Nebenwirkungen auftreten, und bei bestimmten Personen ist die Anwendung nicht geeignet. Wenn Sie die möglichen Risiken kennen, können Sie schneller reagieren und die Therapie sicherer gestalten. Häufige Augmentin-Nebenwirkungen sind meist mild und betreffen den Magen-Darm-Trakt – dennoch sollte man auch seltene, aber ernsthafte Komplikationen im Blick behalten.

Häufige unerwünschte Wirkungen:

  • Durchfall: Die häufigste Beschwerde, oft durch eine Veränderung der Darmflora. Das Risiko lässt sich senken, wenn Augmentin zu Beginn einer Mahlzeit eingenommen wird; zusätzlich können Probiotika helfen (zeitversetzt zum Antibiotikum).
  • Übelkeit und Erbrechen: Ebenfalls typische Magen-Darm-Symptome, die oft milder ausfallen, wenn das Medikament mit Nahrung eingenommen wird.
  • Candidose (Pilzinfektionen) von Haut und Schleimhäuten: Durch die Beeinflussung „guter” Bakterien können Hefepilze leichter überhandnehmen, z. B. im Mund oder im Intimbereich.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen:

  • Allergische Reaktionen: Möglich sind Hautausschlag, Juckreiz und Nesselsucht. In seltenen Fällen kann es zu einer schweren Anaphylaxie kommen (Schwellung von Gesicht/Hals, Atemnot) – das ist ein medizinischer Notfall.
  • Pseudomembranöse Kolitis: Starker, anhaltender Durchfall (teils mit Blut oder Schleim) und heftige Bauchschmerzen können darauf hinweisen und erfordern umgehend ärztliche Abklärung.
  • Leberfunktionsstörungen: Gelegentlich steigen Leberwerte; sehr selten treten Gelbsucht oder Hepatitis auf.
  • Weitere: Schwindel, Kopfschmerzen sowie Veränderungen im Blutbild (z. B. Thrombozytopenie).

Gegenanzeigen für Augmentin:

  • Überempfindlichkeit gegen Wirkstoffe: Allergie gegen Amoxicillin, Clavulansäure oder einen sonstigen Bestandteil.
  • Schwere Überempfindlichkeitsreaktion in der Vergangenheit: Frühere Anaphylaxie auf ein Beta-Laktam-Antibiotikum (z. B. Penicilline, Cephalosporine).
  • Leberprobleme in der Vorgeschichte: Wenn nach Augmentin früher Gelbsucht oder andere Leberstörungen aufgetreten sind.

Treten beunruhigende Symptome auf – insbesondere starke Hautreaktionen, Atemprobleme oder anhaltender Durchfall –, sollte die Einnahme beendet und sofort ärztlicher Rat eingeholt werden.

Kontroversen und Wechselwirkungen – Augmentin und andere Medikamente

Die Sicherheit einer Behandlung hängt nicht nur von der richtigen Dosis ab, sondern auch davon, ob mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Augmentin kann mit bestimmten Arzneimitteln interagieren, deren Wirkung verändern oder Nebenwirkungen wahrscheinlicher machen. Besonders häufig wird diskutiert, ob Augmentin die Wirksamkeit einer oralen hormonellen Verhütung beeinflusst.

Augmentin und die „Pille”:
Die Frage, ob Antibiotika – einschließlich Augmentin – die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva mindern, wird seit Jahren diskutiert. Ein möglicher Mechanismus wäre eine Veränderung der Darmflora, wodurch die Rückresorption von Hormonen theoretisch sinken könnte. Nach aktuellen Daten und Leitlinien (u. a. im Kontext von WHO-Empfehlungen) betrifft ein relevantes Risiko vor allem Antibiotika, die Leberenzyme induzieren (z. B. Rifampicin) – dazu gehört Amoxicillin nicht. Trotzdem empfehlen viele Ärztinnen/Ärzte und Apothekerinnen/Apotheker aus Vorsicht eine zusätzliche Verhütungsmethode (z. B. Kondom) während der gesamten Antibiotikatherapie und für 7 Tage danach, insbesondere weil Durchfall oder Erbrechen die Aufnahme der Hormone direkt beeinträchtigen können. Dieses Vorgehen ist konservativ, erhöht aber die Sicherheit.

Weitere wichtige Wechselwirkungen:

  • Orale Antikoagulanzien (z. B. Acenocoumarol, Warfarin): Augmentin kann die Wirkung verstärken und das Blutungsrisiko erhöhen. Eine Kontrolle des INR-Werts während und nach der Antibiotikatherapie ist sinnvoll.
  • Methotrexat: Amoxicillin kann die Ausscheidung von Methotrexat verringern und damit die Toxizität erhöhen. Kombinationen sollten vermieden oder eng überwacht werden.
  • Allopurinol (bei Gicht): Zusammen mit Amoxicillin steigt die Wahrscheinlichkeit von Hautausschlägen.
  • Probenecid: Es vermindert die renale Ausscheidung von Amoxicillin, wodurch die Blutspiegel ansteigen können.

Informieren Sie vor Beginn der Therapie über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate. So lassen sich problematische Kombinationen vermeiden und die Behandlung bleibt wirksam und sicher. NCBI clinical overview of Augmentin.

Vorbeugung, Alltagsgewohnheiten und Gesundheit während der Therapie

Eine erfolgreiche Antibiotikatherapie bedeutet nicht nur, die Tabletten regelmäßig zu nehmen. Ebenso wichtig ist es, den Körper mit passenden Gewohnheiten zu unterstützen – das kann Nebenwirkungen abmildern und die Erholung fördern. Zentral bleibt: Nehmen Sie Augmentin so lange ein, wie es verordnet wurde, auch wenn die Beschwerden früher nachlassen, um Rückfälle und Resistenzen zu vermeiden.

So unterstützen Sie den Körper während der Behandlung:

  • Probiotika einsetzen: Antibiotika beeinflussen auch die natürliche Darmflora. Um sie zu stabilisieren und Durchfall vorzubeugen, können Probiotika mit gut untersuchten Stämmen sinnvoll sein, z. B. Lactobacillus rhamnosus GG oder Saccharomyces boulardii. Nehmen Sie das Probiotikum mindestens 2–3 Stunden nach der Antibiotikadosis ein und führen Sie es einige Tage nach Therapieende fort.
  • Leicht verdauliche Ernährung: Eine schonende Kost entlastet den Verdauungstrakt. Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut können ergänzend hilfreich sein. Sehr fettige, frittierte Speisen und stark zuckerhaltige Produkte sollten eher reduziert werden, da sie Magenbeschwerden verstärken und Pilzwachstum begünstigen können.
  • Ausreichend trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr (vor allem Wasser) ist besonders wichtig bei Fieber oder Durchfall. Sie unterstützt den Kreislauf und hilft dem Körper, Belastungen besser zu kompensieren.
  • Erholung und Schlaf: Wer krank ist, braucht Regeneration. Genügend Schlaf und das Vermeiden starker körperlicher Belastung können die Genesung deutlich unterstützen.

Wenn bei Ihnen während der Therapie der Verdauungstrakt „kippt“ (z. B. Verstopfung nach einer Phase mit Durchfall oder durch weniger Bewegung/Flüssigkeit), finden Sie konkrete, alltagstaugliche Strategien in unserem Artikel was bei Verstopfung wirklich hilft.

Resistenzen vorbeugen:

  • Nehmen Sie Antibiotika niemals „auf eigene Faust” und verwenden Sie keine Reste früherer Behandlungen.
  • Setzen Sie Ärztinnen/Ärzte nicht unter Druck, ein Antibiotikum zu verschreiben, wenn eine Virusinfektion wahrscheinlich ist (z. B. die meisten Erkältungen oder Influenza).
  • Beenden Sie die verordnete Behandlung immer vollständig – ein zu frühes Absetzen kann dazu führen, dass besonders robuste Bakterien überleben und resistent werden.

Wenn Sie sich für Alternativen und Unterschiede zwischen häufig verordneten Antibiotika interessieren, lesen Sie auch unseren Ratgeber zu Sumamed (Azithromycin): Einsatzgebiete, Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen.

Kontrolltermine und eine enge Abstimmung mit der behandelnden Praxis helfen, den Verlauf zu überwachen und die Therapie so sicher wie möglich zu gestalten.

Wann sollte man fachliche Hilfe suchen?

Während einer Behandlung mit Augmentin ist Selbstbeobachtung wichtig. Auch wenn die meisten Therapien unkompliziert verlaufen, gibt es Situationen, die auf Komplikationen oder fehlende Wirksamkeit hindeuten können. Zu wissen, welche Warnzeichen ernst zu nehmen sind, ist ein wesentlicher Teil einer sicheren Anwendung.

Alarmzeichen – sofort Ärztin/Arzt oder Notdienst kontaktieren:

  • Schwere allergische Reaktion: Plötzliche Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen mit Atem- oder Schluckbeschwerden, pfeifende Atmung, ausgeprägte Nesselsucht – mögliches Zeichen einer Anaphylaxie.
  • Starker, anhaltender Durchfall mit Blut oder Schleim: Kann auf eine pseudomembranöse Kolitis hindeuten und muss dringend abgeklärt werden.
  • Blasenbildung, Abschälen der Haut, schmerzhafte Veränderungen im Mund: Mögliche Hinweise auf schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom.
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen (Ikterus), dunkler Urin, starke Bauchschmerzen: Kann auf eine akute Leberbeteiligung hinweisen.
  • Krampfanfälle: Sehr selten, aber möglich – insbesondere bei hohen Dosen oder eingeschränkter Nierenfunktion.

Rasche ärztliche Abklärung (dringend, aber nicht immer Notruf):

  • Keine Besserung nach 2–3 Tagen: Wenn Fieber nicht sinkt oder Beschwerden (z. B. Schmerzen, Husten) zunehmen, kann eine Resistenz vorliegen oder die Diagnose muss überprüft werden. Gegebenenfalls wird die Therapie angepasst.
  • Neu auftretender, auffälliger Hautausschlag: Auch ohne weitere Allergiesymptome sollte jeder Ausschlag ärztlich beurteilt werden.
  • Zunehmende Magen-Darm-Beschwerden: Wenn Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall so stark sind, dass Alltag oder Einnahme kaum möglich sind.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patientin/Patient und Ärztin/Arzt ist die Basis für eine wirksame und sichere Behandlung. Ignorieren Sie Warnsignale nicht – eine schnelle Reaktion kann schwere Folgen verhindern und die Genesung beschleunigen.

Zusammenfassung

Augmentin ist ein wertvolles und wirksames Antibiotikum gegen viele bakterielle Infektionen, seine Anwendung verlangt jedoch Aufmerksamkeit und Verantwortung. Entscheidend sind die genaue Einhaltung der ärztlichen Vorgaben zur Augmentin-Dosierung und Therapiedauer sowie unterstützende Maßnahmen wie geeignete Ernährung, ausreichendes Trinken und – bei Bedarf – Probiotika. Wer mögliche Nebenwirkungen und Warnzeichen kennt, kann frühzeitig reagieren und das Risiko von Komplikationen senken.

Wenden Sie Antibiotika niemals ohne ärztliche Anordnung an und informieren Sie immer über alle weiteren Medikamente, um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika schützt nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern trägt auch dazu bei, das globale Problem der Antibiotikaresistenzen einzudämmen.

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ärztin/Arzt oder Apotheke. Mehr zu Infektionsvorbeugung und gesunden Routinen finden Sie in unseren Ratgebern auf dobrzezyc.pl.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist Augmentin und woraus besteht es?
Augmentin ist ein Antibiotikum aus zwei Wirkstoffen: Amoxicillin und Clavulansäure. Amoxicillin bekämpft Bakterien, während Clavulansäure es vor dem Abbau durch bakterielle Schutzmechanismen (Beta-Laktamasen) schützt – dadurch steigt die Wirksamkeit deutlich.

Wogegen hilft Augmentin?
Wer sich fragt, Augmentin – wogegen hilft es, sollte wissen: Es wird bei bakteriellen Infektionen eingesetzt, z. B. bei akuter Sinusitis, Mittelohrentzündung, Infektionen der Atemwege und der Harnwege sowie bei bestimmten Haut-, Knochen- und Gelenkinfektionen – sofern die Erreger empfindlich sind.

Wie wird Augmentin bei Erwachsenen und Kindern richtig dosiert?
Die Dosierung wird immer ärztlich festgelegt. Bei Erwachsenen ist häufig Augmentin 875 mg + 125 mg zwei- oder dreimal täglich üblich. Bei Kindern erfolgt die Berechnung nach Körpergewicht und die Gabe meist als Suspension. Wichtig sind eine konsequente Einnahme und das vollständige Durchführen der Therapie.

Was sind die häufigsten Augmentin-Nebenwirkungen?
Typisch sind Beschwerden des Verdauungstrakts wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Zudem kann es zu Pilzinfektionen von Haut und Schleimhäuten kommen. Um das Risiko zu senken, empfiehlt sich die Einnahme zu einer Mahlzeit und – zeitversetzt – die Verwendung von Probiotika.

Beeinflusst Augmentin die Wirkung der Antibabypille?
Nach aktuellem Wissensstand ist das Risiko, dass Augmentin die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva deutlich reduziert, gering. Viele Fachleute raten dennoch zu einer zusätzlichen Methode (z. B. Kondom) während der Behandlung und 7 Tage danach – vor allem wegen möglichem Durchfall oder Erbrechen, was die Hormonaufnahme stören kann.

Wann sollte man während der Einnahme von Augmentin ärztlichen Rat einholen?
Eine rasche Abklärung ist nötig, wenn nach 2–3 Tagen keine Besserung eintritt, wenn starker oder blutiger Durchfall auftritt, bei ausgeprägtem Hautausschlag oder bei Zeichen einer schweren Allergie (z. B. Schwellungen im Gesicht, Atemnot).

Autoritative Quellen

  • Augmentin – referral – European Medicines Agency (EMA) – Offizielle Seite der Europäischen Arzneimittel-Agentur mit regulatorischen und wissenschaftlichen Informationen zu Augmentin, einschließlich Indikationen, Dosierungsempfehlungen, Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil.
  • Amoxicillin Clavulanate – StatPearls – NCBI Bookshelf – NIH – Fachlich begutachtete medizinische Übersicht und klinische Hinweise zu Amoxicillin/Clavulansäure (Augmentin) mit Pharmakologie, Indikationen, Dosierung, unerwünschten Wirkungen und praktischer Anwendung, veröffentlicht von einer renommierten Forschungseinrichtung.
  • Augmentin Prescribing Information – FDA Label – Offizielle, von der FDA genehmigte Fachinformation mit Details zu Pharmakologie, zugelassenen Anwendungsgebieten, Dosierungsschemata für Erwachsene und Kinder, Nebenwirkungen, Vorsichtsmaßnahmen und Anwendungshinweisen.

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